Der Staat gibt Geld, wenn Sie gründen.

GO-Bio (Gründungsoffensive Biotechnologie)

BMBF-Förderung von Hightech-Gründungsprojekten im Life Science-Bereich: hochrenommiertes und millionenschweres Funding (Einsendeschluss aktuelle 8. Runde: 15. Juni 2017 )

Was wird gefördert?

Die Bundesregierung hat mehrere Programme, um Gründer zu unterstützen; jedoch sind nicht alle an die Bedingungen in der Biotechnologie angepasst. Als spezielles Programm unterstützt GO-Bio daher seit 2005 gründungsbereite Forscherteams in den Lebenswissenschaften. Hier werden die für biotechnologische Forschungsprojekte typischen langen Entwicklungszeiträume und der hohe Finanzbedarf angemessen berücksichtigt. Darüber hinaus bereiten umfangreiche Begleitmaßnahmen die Forscherteams gezielt auf die Tätigkeiten im Gründungsunternehmen vor.

Bedarf besteht ganz offensichtlich: Die Plätze sind heiß umkämpft. Doch auch die Auswahlkriterien sind hart. Die Bewerber müssen zeigen, dass sie wirklich das Zeug zum Unternehmer haben. Und natürlich müssen sie überzeugend darlegen können, dass ihre Produktidee wirklich am Markt Erfolg haben könnte.

Thematisch kommen die Ideen aus allen Bereichen der Lebenswissenschaften. Es sind Ideen für neue medizinische Wirkstoffe dabei, zum Beispiel für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionen. Dazu kommen Vorschläge für neuartige Analyse-Verfahren oder Methoden für die industrielle Biotechnologie.

Wer wird gefördert?

  • jüngere, in der Forschung bereits erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  • Personen mit mehrjähriger Erfahrung in Forschung und Entwicklung in Unternehmen
  • Medizinerinnen und Mediziner mit mehrjähriger Klinikerfahrung

Es sollen Gründungsteams mit hohem Innovationsgrad sowie mit einer Erfolg versprechenden und belegbaren Kommerzialisierungsperspektive gefördert werden. Die Forschungsthemen können aus allen Zweigen der modernen Lebenswissenschaften sowie aus den Grenzbereichen zwischen Biologie und ihren naturwissenschaftlichen und technischen Nachbardisziplinen stammen. Besonders förderwürdig sind Vorhaben, die auf die Ziele der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" und die Aktionsfelder des Gesundheitsforschungsprogramms ausgerichtet sind. Ebenfalls förderwürdig sind Plattformtechnologien, die in vorgelagerten Schritten zu den Zielen des Gesundheitsforschungsprogramms und der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" beitragen.

Ziel der GO-Bio-Förderung ist es, die Forschungsergebnisse mit hohem Wertschöpfungspotenzial so weiterzuentwickeln, dass sie im Anschluss wirtschaftlich verwertet werden und die Basis einer Unternehmensgründung bilden können. Mit dieser Validierungsförderung soll somit der Reifegrad eines Forschungsergebnisses erhöht und die Marktfähigkeit gesteigert werden, um die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und kommerzieller Verwertung zu schließen. In Ergänzung zu anderen gründungsbezogenen Fördermaßnahmen ist GO-Bio dabei auf die speziellen Bedürfnisse in den Lebenswissenschaften zugeschnitten (lange Entwicklungszeiten, großer Finanzbedarf, hohes Risiko).

Wie wird gefördert?

Gefördert wird die Arbeit der Mitglieder der Gründungsteams bei der Weiterentwicklung ihres Forschungsthemas mit dem Ziel, die Anwendungspotenziale der Entwicklung herauszuarbeiten und technologisch zu validieren sowie die kommerzielle Verwertung primär im Rahmen einer unternehmerischen Selbstständigkeit vorzubereiten und umzusetzen.

Für die ausgewählten Projekte können Zuwendungen im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 % gefördert werden können.

1. Förderphase

Die Förderung wird auf der Grundlage eines im Projektantrag enthaltenen Meilensteinkonzepts zunächst für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren an eine Hochschule oder Forschungseinrichtung gewährt.

2. Förderphase

Bei erfolgreichen Zwischen- und Abschlussevaluationen ist im Rahmen eines Anschlussvorhabens die Förderung einer zweiten Phase im Gründungsunternehmen für maximal drei weitere Jahre möglich. Um den Übergang in die unternehmerische Selbstständigkeit zu befördern, werden die Projektleiter aufgefordert, ¬spätestens ab der zweiten Förderphase eine privatwirtschaftliche Mitfinanzierung für die Durchführung des GO-Bio-Vorhabens einzuwerben.

Bemessungsgrundlage sind folgende grundsätzlich zuwendungsfähige projektbezogene Ausgaben bzw. Kosten:
  • Personal – soweit nicht Stammpersonal und jeweils höchstens: ein Forschungsgruppenleiter
  • zwei Post-Doktoranden
  • zwei Doktoranden oder ein weiterer Post-Doktorand
  • zwei Stellen für Personen mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung in der Wirtschaft (Naturwissenschaftler, Kliniker, Ingenieur etc.)
  • zwei technische Angestellte
  • Investitionen
  • Verbrauchsmaterialien
  • Dienstreisen
  • Aufwand für ein Gründercoaching (maximal 30 000 Euro pro Jahr)
  • Aufwand für Beratungsleistungen hinsichtlich Produktion, Qualitätsmanagement und Durchführung klinischer Studien (maximal 100 000 Euro insgesamt)
  • Aufwand für professionelle patentrechtliche Überprüfung des Technologiefeldes, auf dem gegründet werden soll
  • Aufwand für die Anmeldung von Schutzrechten und deren Aufrechterhaltung während des amtlichen Prüfverfahrens
  • Vergabe von Aufträgen